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Beitrag der BvS-Gesamtschule zur Gedenkveranstaltung auf dem jüdischen Friedhof

verfasst von: redaktion am
Gesellschaft 
Die Bertha-von-Suttner-Gesamtschule Dormagen beteiligt sich auch in diesem Jahr auf dem jüdischen Friedhof in Zons mit einem eigenen Beitrag an der Gedenkveranstaltung, die an die Novemberpogrome 1938 erinnert. Die Schülerin Katharina Müllejans-Lukas aus dem 12. Jahrgang erarbeitete dazu eine Rede. Sie erinnert darin an die jüdische Zeitzeugin Celine van der Hoek de Vries aus Amsterdam, die kürzlich im Alter von 91 Jahren gestorben ist. Schülerinnen und Schüler der Gesamtschule haben sie mehrfach in ihrer Heimatstadt besucht, sie selbst war in Dormagen und hat hier über ihr Leben auch im Konzentrationslager Auschwitz berichtet.

Uwe Koopmann


Gedenken an Celine van der Hoek-de Vries und die vielen Opfer des Naziregimes

Sehr geehrte Damen und Herren,
wir haben uns heute zusammen gefunden, um der vielen jüdischen Opfer des Nationalsozialismus zu gedenken und um ihre Botschaft für die Zukunft weiterhin aufrecht zu halten.

Heute vor 73 Jahren erreichte die öffentliche Diskriminierung deutscher Bürger jüdischen Glaubens einen beschämenden Höhepunkt. Diese Verfolgung gab es nicht nur hier bei uns in Dormagen. Es gab sie wenig später auch in allen Ländern, die von deutschen Truppen besetzt waren.

Ich möchte deshalb hier auf das Schicksal einer ganz besonderen Frau aufmerksam machen. Die Frau mit der Nummer A-25.236.
Celine van der Hoek-de Vries. Sie starb vor wenigen Wochen am 30. September dieses Jahres im Alter von 91 Jahren in Amsterdam.

Celine war eine Kämpferin gegen Faschismus und Ungerechtigkeit, die am eigenen Leib erfahren musste, was es heißt, als Jüdin in Amsterdam verfolgt zu werden. Dieses Schicksal teilte sie dort mit Fanny Bamberg-Dahl aus Dormagen.
Als Celine im Jahr 1944 in das Sammellager Westerbork kam und dann nach Auschwitz deportiert wurde, war sie 24 Jahre alt.
Heute wissen wir alle, was es bedeutet, nach Auschwitz verschleppt zu werden. Es war das Ende für Millionen von Unschuldigen.

Celine hatte zuvor mehrfach Glück: Im Juni 1942 wurde sie von einem Polizisten in der Nähe ihres Hauses angehalten und zurückgeschickt. Sie sah gerade noch, dass ihre Mutter und ihr Bruder auf deutsche Autos geladen wurden.
Sie sah sie nie wieder!

Celine, nun auf sich allein gestellt, wurde zweimal verhaftet. Sie kam wieder heraus.
Beim dritten Mal wurde sie in das Sammellager Westerbork deportiert, und nach ein paar Monaten dann nach Auschwitz.

Sie hatte Glück an diesem Tor zur Hölle. Die Nazis waren der Auffassung, dass sie stark genug sei und noch als Arbeitskraft ausgebeutet werden könnte. Sie musste die Kleidungsstücke der Ermordeten ordnen. Ordnung war für die KZ-Verwaltung sehr wichtig.

Als das Konzentrationslagers Auschwitz durch die Rote Armee der Sowjetunion befreit wurde, lag ihr Körpergewicht bei nur noch 24 kg.

Während ihre Familie bereits ermordet worden war und Celine in Auschwitz vegetierte, wurden alle ihre Besitztümer „arisiert“. Später konnte sie nicht beweisen, was ihr gehörte.
Erst als sie ihren Ehemann kennen lernte, fand sie wieder in das Leben zurück. Als Gesangslehrerin und Chorleiterin begann für Celine eine bessere Zeit.
Nach ihrer Befreiung hat Celine ihr ganzes Leben bis zur letzten Minute genutzt, um vor den Gefahren des Nationalsozialismus und seinen aktuellen Formen zu warnen.

Trotz allem, was sie hier in Deutschland erlebt hat, sagt sie von sich selbst :

„Ich bin froh - ich kann für die Kinder-Gedenkstätte arbeiten. Der Besuch in Schulen hält mich jung. Ich verlor meinen Hass auf Deutsche. Oftmals kommen deutsche Gruppen zu den Kinder-Gedenkstätten. Ich mag mit ihnen sprechen, sie sind interessiert und beeindruckt von meiner Geschichte. Anti-Deutsch bin ich nicht länger, aber Antifaschistin bleibe ich mein ganzes Leben, denn es passieren noch immer schreckliche Dinge.“

Auch Schulklassen der Bertha-von-Suttner-Gesamtschule sind Celine in Amsterdam als Zeitzeugin in der Hollandsche Schouwburg und am Kindermonument im Rivierenbuurt begegnet.

Celine war auch Gast in unserer Schule.
Sie versuchte, die jungen Menschen darauf aufmerksam zu machen, was durch Faschismus passieren kann, indem sie ihre Geschichte erzählte. Sie lehrte junge Menschen, sich im täglichen Engagement mit Ungerechtigkeit, Unterdrückung und Krieg auseinanderzusetzen und dagegen zu kämpfen.

Und genau deswegen stehen wir heute hier: Die Ermordung jüdischer Menschen darf sich niemals wiederholen! Die jetzt lebenden Kinder, überall in der Welt, gleichgültig welcher Rasse, unabhängig welchen Glaubens oder Politik dürfen niemals mehr Opfer werden. Wir lernen daraus, wachsam zu bleiben, uns für eine freie, friedliche und antifaschistische Welt einzusetzen.
Das sind wir Celine und den Millionen Opfern des Nationalsozialismus schuldig!

Katharina Müllejans-Lukas

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